Presseinfo vom 16.03.2009
Generalplanerwettbewerb entschieden: Auer+Weber+Assoziierte GmbH, Stuttgart, sollen neue Hochschule Bielefeld planen
(Bielefeld, 16.03.2009). Nach der heutigen Preisgerichtssitzung freute sich der Jury-Vorsitzende, Prof. Carl Fingerhuth, Zürich, über den erfolgreichen Abschluss des Generalplanerwettbewerbs zum Neubau der Fachhochschule Bielefeld auf dem neuen Hochschulcampus. Einstimmig votierte das Preisgericht für den Entwurf der Auer+Weber+Assoziierte GmbH aus Stuttgart.
Die Architektengemeinschaft kooperierte mit Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten, Berlin, ibt ingenieurbüro tremmel & partner, München, Pfefferkorn und Partner, Stuttgart, sowie Gutbrod Bau Physik Ingenierbüro GmbH, Markgröningen. Ihr Konzept konnte sich gegen einen weiteren verbliebenen Konkurrenten, die gmp Generalplanungsgesellschaft mbh, Hamburg, durchsetzen. Das Preisgericht hatte im Januar 2009 aus den insgesamt 13 Teilnehmern des Wettbewerbs zwei Arbeiten ausgewählt, die in einer Überarbeitungsphase präzisiert werden sollten.
Der nun ausgewählte Entwurf von Auer+Weber+Assoziierte überzeugte das Preisgericht durch seine Gestaltungsqualität und eine durchdachte Raumstruktur, die im Inneren wohl proportionierte Räume schafft und gleichsam die städtebauliche und freiraumplanerische Struktur des neuen Hochschulcampus fortführt. Lufträume und Innenhöfe bringen Tageslicht in nahezu alle Bereiche. Verschiedene Gebäudezähne nehmen dem Gebäude mit 77.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche (1. Bauabschnitt) die Wucht.
Für den Bauherren, den Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB), erklärt der Bielefelder Niederlassungsleiter Heinrich Micus: „Der Siegerentwurf hat den Habitus der Fachhochschule Bielefeld ausgezeichnet getroffen. Der Charakter des Gebäudes ist undogmatisch und lebendig. Bemerkenswert sind die differenziert gelöste Raumsituation sowie die doppelte, bedruckte Glasfassade als Klimapuffer und Wetterschutz.“ Die 200 Meter lange Fassadenkante mit vorgehängter Glasfassade ist zum Campus hin ausgerichtet. Die Südseite der neuen Fachhochschule öffnet sich zur Landschaft mit dem Gellershagener Bach.
Prof. Dr. Beate Rennen-Allhoff, Rektorin der Fachhochschule Bielefeld, bedankte sich bei den Mitgliedern des Preisgerichts für die sachliche und intensiv geführte Diskussion: „Der Siegerentwurf deckt sich in Optik und Funktion hervorragend mit dem Selbstverständnis der Fachhochschule Bielefeld. Der offene, innovative Charakter bietet für die Zukunft viele interessante Experimentiermöglichkeiten. Die flexible Raumsituation fördert interdisziplinäres Arbeiten unter den Studierenden.“
Der Neubau der Fachhochschule Bielefeld soll in allen Bereichen beispielhaft für eine nachhaltige Entwicklung werden. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert vor diesem Hintergrund u.a. auch dieses Projekt. Die zentrale Herausforderung ist es daher, die im architektonischen Entwurf liegenden Potenziale zur Reduktion der erforderlichen Energien für Heizung, Kühlung, Lüftung und Beleuchtung auszuschöpfen.
Mit der Entscheidung des Preisgerichts ist ein wichtiger Baustein im Hinblick auf eine zügige Umsetzung des Konzepts fixiert worden. Parallel zur derzeitig von der Stadt Bielefeld durchgeführten Bauleitplanung wird das Büro Auer+Weber+Assoziierte GmbH seinen Entwurf weiter präzisieren. Es folgen die Genehmigungs- und Werkplanung sowie die Ausschreibung. Geht das Projekt so zügig voran, wie alle Beteiligten es sich wünschen, könnte im April 2010 Spatenstich für die, so Heinrich Micus, „Lokomotive des neuen Hochschulcampus“ sein.
