Forum 1: „Orientierung“, 2. Mai 2007
Durch das kooperative Wettbewerbsverfahren war auch die Öffentlichkeit intensiv in die Planungen eingebunden worden. Anwohner, Studierende und andere interessierte Bielefelder Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich in vier öffentlichen Foren im Bielefelder Ringlokschuppen intensiv an der Ideenfindung.
Zum Auftakt von Forum 1 führten die fünf ausgewählten Entwurfsteams eine gemeinsame Ortsbesichtigung von Universitäts-Stammgelände und Erweiterungsgelände Lange Lage durch. Es folgten das Auftaktkolloquium im Ringlokschuppen sowie Arbeitsphase 1: Auf Basis der Informationen von Fachämtern und Gutachtern entwickelten die Teams erste Eindrücke und Ideen für den neuen Hochschulcampus. Der Präsentation am selben Abend folgten 200 interessierte Gäste.
Team 1
Team 1 (Brüchner-Hüttemann Pasch bhp, Bielefeld, und WGF Werkgemeinschaft Freiraum Landschaftsarchitekten GmbH, Nürnberg) legte besonderen Wert auf die eigene Identität des neuen Standortes auf dem Entwicklungsgelände Langen Lage, das sich ganz deutlich vom Stammgelände abgrenzen soll. Mit der Neubebauung soll besonders an die attraktiven Bachtäler im Norden und Süden angeschlossen werden, an die die Bebauung heranrücken soll. Außerdem soll ein Spiel mit verschiedenen Niveaus entstehen, die Landschaft soll die Gebäude „durchfließen“.
Team 2
Team 2 (pesch partner architekten stadtplaner, Herdecke, und Agence Ter .de GmbH, Karlsruhe) plante, als Verbindung der beiden Standorte einen Grünkorridor zu entwickeln, der eine Blickbeziehung zum Waldbestand auf dem Entwicklungsgelände Lange Lage eröffnet. Dieser zentrale Freiraum ist zugleich die Mittelachse des neuen Campus, der streng in Nord-Süd-Richtung strukturiert ist und somit Blickbeziehungen von der grünen Mitte zu den Bachtälern ermöglicht.
Team 3
Team 3 (Döll - Atelier voor Bouwkunst b.v., Rotterdam, Niederlande, und GTL Gnüchtel Triebswetter Landschaftsarchitekten, Kassel) legte den Schwerpunkt auf die zeitgemäße Definition des öffentlichen Raumes. Dem gebauten, überdachten öffentlichen Raum im Universitäts-Stammgebäude soll mit einem als landschaftlichen Freiraum gestalteten öffentlichen Raum im Plangebiet geantwortet werden. Dieser Freiraum wird das Rückgrat für den neuen Campus auf dem Entwicklungsgelände, der sich durch Abgrabungen und das Spiel mit verschiedenen Niveaus harmonisch in die Topographie des Ortes einfügen soll.
Team 4
Team 4 (petersen pörksen partner architekten + stadtplaner, Lübeck, und Irene Lohaus Peter Carl Landschaftsarchitektur, Hannover) widmete sich besonders dem Übergangsbereich zwischen altem und neuen Campusteil und will die Verbindung über eine großzügige Freiraumverbindung als Park herstellen. Außerdem ist geplant, möglichst große Teile des Bauvolumens auf dem Universitätscampus zu realisieren, um im Plangebiet ein großzügig durchgrüntes Campusquartier entstehen zu lassen.
Team 5
Team 5 (reicher haase architekten und stadtplaner, Aachen, und lad+ landschaftsarchitektur diekmann, Hannover) arbeitete unter dem Titel „Campus als Landschaft – Landschaft als Campus“. Sie verstehen den Freiraum ganz bewusst als Element des Campus. Angestrebt wird eine sehr kompakte Lösung, die möglichst wenig Freifläche auf dem Entwicklungsgelände überbaut. Außerdem sollen die Blickbeziehungen zur Universität aufgenommen werden.
Eine Diskussion im Plenum beschloss das Forum 1. Wertvolle Anregungen, insbesondere zu den Themen Stadtbahntrasse und Schutzwürdigkeit der Landschaft, flossen in die weitere Arbeit der Teams ein.
